Ausgezeichnet innovativ: Walter Föckersperger

26. Juni 2015

Ausgezeichnet innovativ: Walter Föckersperger

Ehrung durch Ranga Yogeshwar

Pauluszell – Erfolg durch unternehmerische Weitsicht: Die Walter Föckersperger GmbH wird am 26. Juni auf dem Deutschen Mittelstands-Summit in Essen als eines der innovativsten Unternehmen im deutschen Mittelstand ausgezeichnet. „Top 100“-Mentor Ranga Yogeshwar ehrt das Pauluszeller Unternehmen mit dem seit über 20 Jahren verliehenen „Top 100“-Siegel. Zuvor hatte sich Walter Föckersperger einem zweistufigen wissenschaftlichen Analyseverfahren unterzogen.

Die mit dem „Top 100“-Siegel ausgezeichnete Walter Föckersperger GmbH überzeugte beim Innovationswettbewerb besonders mit ihrem Innovationserfolg. Der 1931 gegründete Familienbetrieb entwickelt Geräte und Maschinen, die das Verlegen von flexiblen Leitungen und Rohren ohne ein Aufbaggern des Bodens ermöglichen. In immer kürzeren Zeitabständen bringt der Spezialmaschinenbauer aus dem niederbayrischen Pauluszell neue Produkte auf den Markt, die weltweit im Einsatz sind.
Der Innovationserfolg zeigt sich an starken Zahlen: einem Anteil von 15 Prozent Marktneuheiten, 50 Prozent innovativen Verbesserungen und 25 Prozent Sortimentsneuheiten am Umsatz und Gewinn. Insgesamt ist der Weltmarktführer seinen Wettbewerbern um rund fünf Jahre technologisch voraus.

Die Ideen für neue Produkte kommen in enger Zusammenarbeit mit den Kunden aus der Praxis: Wenn der „Top 100“-Preisträger für ein Kundenprojekt nicht die passende Lösung am Markt findet, entwickelt er mit seinen 20 Mitarbeitern diese selbst. So brachte die Firma beispielsweise ein neuartiges Steuerungssystem für Seilwindenfahrzeuge hervor, das dem Bediener viele Handgriffe abnimmt und eine optimierte Überwachung des gesamten Arbeitsprozesses gewährleistet. Zusätzlich entwickelten die Pauluszeller ein innovatives Getriebe für die Seilwindenfahrzeuge, das es so bisher noch nicht gab. „Herkömmliche Getriebe haben eine Lebensdauer von noch nicht einmal einem Jahr – das können wir unseren Kunden nicht zumuten. Das mussten wir dann halt selbst machen“, berichtet Geschäftsführer Walter Föckersperger, der selbst intensiv in die Innovationsarbeit einbezogen ist: 40 Prozent der Arbeitszeit widmet das Top-Management dem Thema Innovationen. Die bewusst überschaubar gehaltene Größe des Unternehmens ermöglicht hierbei schnelle Reaktionen und kurze Entscheidungswege.

„Unsere guten Ideen und ihre schnelle Umsetzung sind ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für uns“, erklärt Geschäftsführer Walter Föckersperger. „Deshalb investieren wir viel Zeit und Aufwand in unser Innovationsmanagement. Wir setzen dabei auf den Ideenreichtum aller Mitarbeiter. Ihnen gebührt mein Dank für das Erreichen der ‚Top 100’-Auszeichnung.“

Grundlage der Auszeichnung mit dem „Top 100“-Siegel ist eine zweistufige Analyse, die Prof. Dr. Nikolaus Franke und sein Team vom Lehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien entwickelt haben. Die Wissenschaftler untersuchen das Innovationsmanagement und den Innovationserfolg der mittelständischen Unternehmen anhand von über 100 Parametern in fünf Kategorien. Wer letztlich mit dem „Top 100“-Siegel ausgezeichnet wird, entscheidet allein die wissenschaftliche Leitung.

In diesem Jahr haben Franke und sein Team so viele Anmeldungen wie noch nie geprüft: Von 302 Qualifikanten schafften es 234 Unternehmen ins Finale. 178 von ihnen erhalten in drei Größenklassen (maximal 100 Unternehmen pro Größenklasse) die Auszeichnung. Den Rahmen für die Preisverleihung bildet der Deutsche Mittelstands-Summit in Essen.

Die „Top 100“ sind in jeder Hinsicht ausgezeichnet: 71 nationale Marktführer und sogar 31 Weltmarktführer sind dabei. Zusammen meldeten die Top-Innovatoren in den vergangenen drei Jahren 3.405 nationale und internationale Patente an. Knapp 41 Prozent ihres Umsatzes erzielten sie zuletzt mit Marktneuheiten und Verbesserungen, die sie vor der Konkurrenz auf den Markt brachten (Durchschnitt aller KMU in Deutschland: 6,6 Prozent). Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Die Top-Innovatoren investieren im Schnitt 10,5 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung (Durchschnitt aller KMU in Deutschland: 1,5 Prozent). Zwei Drittel der „Top 100“ sind Familienunternehmen.